Weltgebetstag der Frauen thematisiert Leben in Nigeria
Am Freitag, den 6. März 2026, feierten Menschen in über 150 Ländern der Erde den Weltgebetstag der Frauen, in diesem Jahr kamen Texte und Lieder aus Nigeria. Auch im Schweinfurter Oberland fanden an verschiedenen Orten ökumenische Gottesdienste statt und luden dazu ein, das Land und die Menschen kennenzulernen, zu beten, zu singen und Gemeinschaft zu erleben.
Rund 70 Frauen waren in das Dorfgemeinschaftshaus nach Sulzdorf gekommen, wo sie von Kerstin Menninger begrüßt wurden. Jutta Scheuring erzählte sehr lebendig von Geschichte, Kultur und Struktur des Landes. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas – vielfältig, dynamisch und voller Kontraste. Mit über 230 Millionen Menschen vereint der „afrikanische Riese“ über 250 Ethnien mit mehr als 500 gesprochenen Sprachen. Die drei größten Ethnien sind Yoruba, Igbo und Hausa, aufgeteilt in den muslimisch geprägten Norden und den christlichen Süden. Außerdem hat Nigeria eine der jüngsten Bevölkerungen weltweit, nur 3% sind über 65 Jahre alt. Dank der Öl-Industrie ist das Land wirtschaftlich stark, mit boomender Film- und Musikindustrie. Reichtum und Macht sind jedoch sehr ungleich verteilt.
Das facettenreiche Land ist geprägt von sozialen, ethnischen und religiösen Spannungen. Islamistische Terrorgruppen wie Boko Haram verbreiten Angst und Schrecken. Die korrupten Regierungen kommen weder dagegen an, noch sorgen sie für verlässliche Infrastruktur. Umweltverschmutzung durch die Ölindustrie und Klimawandel führen zu Hunger. Armut, Perspektivlosigkeit und Gewalt sind die Folgen all dieser Katastrophen. Von den sichtbaren und unsichtbare Lasten, die Frauen in Nigeria zu tragen haben berichtete Monika Erhard.
„Kommt! Bringt eure Last.“, angelehnt an Matthäus 11,28-30, so lautet das hoffnungsverheißende Motto, das die nigerianischen Frauen ausgewählt haben. Angelika Rothmann legte die Bibelstelle in ihrer Ansprache anschaulich aus. Sie zeigte auf, dass Jesus uns das Versprechen gegeben hat, uns nicht allein zu lassen, sondern die Last unter das gemeinsame Joch zu nehmen und mit uns zu tragen, damit sie leichter wird.
Hoffnung schenkt vielen Menschen in dieser existenzbedrohenden Situation ihr Glaube. Diese Hoffnung teilen christliche Frauen aus Nigeria mit uns – in Gebeten, Liedern und berührenden Lebensgeschichten. Sie berichten vom Mut alleinerziehender Mütter, von Stärke durch Gemeinschaft, vom Glauben inmitten der Angst und von der Kraft, selbst unter schwersten Bedingungen durchzuhalten und weiterzumachen. Dies nahm Christiane Pawellek in den Fürbitten auf.
Eine besondere Tradition aus Nigeria wurde ebenfalls aufgegriffen: In vielen Kirchen bringen Gläubige ihre Gaben tanzend zum Altar – ein Ausdruck der Freude am Geben. Auch in Sulzdorf wurde eine beachtliche Kollekte gesammelt, die der Partnerorganisation CCEP in Nigeria zugutekommt.
Der Gottesdienst endete mit vielen Eindrücken aus einem faszinierenden, aber auch herausgeforderten Land. Beim anschließenden Austausch konnten die Besucherinnen landestypische Speisen genießen, die Sieglinde Stöhr und Abigail Walter gemeinsam mit ihren Helferinnen vorbereitet hatten.










