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Predigt von Pfarrer Daigeler zum 4. Ostersonntag A

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, unzählige Nachrichten strömen täglich auf uns ein. Möglichst neu und aktuell sollen sie sein – Fernsehen, Internet und soziale Medien befördern die Geschwindigkeit noch. Aber welche Nachricht trifft uns angesichts dessen noch? Was bewegt mich angesichts so vieler Bilder und Impulse noch in meinem Innersten?

In der Ersten Lesung haben wir von einer Predigt des Petrus gehört. Und die Apostelgeschichte hält dazu fest: „Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz“. Bei allem Respekt gegenüber dem Apostel Petrus habe ich doch Zweifel daran, dass es allein an seinem rhetorischen Talent lag. Ein Fischer aus Galiläa war er. Über seine Bildung wissen wir kaum etwas. Sie wird vermutlich durchschnittlich gewesen sein. Und doch treffen seine Worte die Menschen ins Herz. Und wir dürfen davon ausgehen, dass ihm das nicht nur in dieser Situation gelungen ist. Sonst würde man nicht bis heute in der Kirche von diesem Glaubenszeugen sprechen.

Aber wie ist ihm das gelungen? Einfach gesagt, weil er aus seinem Herzen spricht. Der heilige John Henry Newman, den Papst Leo jüngst zum Kirchenlehrer erhoben hat, hatte sich – angelehnt an den heiligen Franz von Sales – als Wahlspruch gewählt: „Cor ad cor liquitur – das Herz spricht zum Herzen“. Das ist eine tiefe Wahrheit. Wir merken, der Apostel Petrus spricht nicht über irgendetwas Ausgedachtes oder über kluge Pläne und Konstrukte. Er spricht aus, was ihn selbst im innersten Herzen getroffen hat, was er ergriffen und begriffen hat, darum trifft es auch andere Menschen ins Herz. Anders gesagt: Weil Petrus von Jesus als dem Heiland der Welt überzeugt ist, kann er andere überzeugen. Weil er von Christus begeistert ist, kann er begeistern.

Doch würde ich nun fragen, weshalb sich Petrus von diesem Jesus hat ins Herz treffen lassen. Im Evangelium spricht Jesus davon, dass seine Schafe auf seine Stimme hören. Das Bild drückt eine Vertrautheit aus. Ein Mensch, der mir vertraut ist, der mir lieb ist, den erkenne ich bereits an der Stimme. Der muss sich etwa am Telefon gar nicht vorstellen. Petrus ist mit Jesus ganz vertraut. Er bleibt mit Jesus im Gespräch – ein Leben lang. Zuerst auf den Straßen von Galiläa, aber auch mit dem auferstandenen Herrn. Er muss mit den anderen Jüngern neu lernen, wie er nach der Himmelfahrt Jesu weiter auf ihn hören kann. Aber im Gebet und im Weitererzählen der Worte Jesu bleibt Petrus stets mit dem Herrn verbunden.

Petrus hat erfahren: Auf Jesus kann ich mich verlassen. Auf ihn will ich mein Leben bauen. Denn Jesus redet nicht nur, er lebt seine Botschaft – bis zur letzten Konsequenz der Hingabe am Kreuz. Die Zweite Lesung aus dem Petrusbrief verdeutlicht das. Jesus ist eingestanden für die Wahrheit seiner Botschaft bis zum Tod. Und diese Treue ist der Weg ins Leben, in die Auferstehung.

Der heutige Weltgebetstag um geistliche Berufe richtet unseren Blick auf die Kirche der Gegenwart. Wir sehen ein dringendes Anliegen: Wir brauchen Priester! Beten wir darum, dass sich auch heute Menschen von Jesus ins Herz treffen lassen. Beten wir, dass sie ganz seiner Botschaft vertrauen und darauf ihr Leben bauen, damit sie mit ihren Worten andere ins Herz treffen. Das ist ja der Kern jeder geistlichen Berufung als Priester oder Ordenschrist, dass wir Menschen mit unserer Begeisterung für Christus ins Herz treffen. Das ist unersetzbar, damit wir alle von Herz zu Herz mit Jesus sprechen und in ihm das Leben in Fülle finden. Amen.

26.04.2026, Pfarrer Dr. Eugen Daigeler

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