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Predigt von Pfarrer Daigeler zum Aschermittwoch

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Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, mit dem Aschermittwoch beginnen wir die 40 Tage der Fastenzeit. Gebet, Fasten und Almosen geben, legt uns das Evangelium als Aufgabe für die kommenden Wochen ans Herz. Es ist eine geistliche Zeit der Vorbereitung auf Ostern. Und die Kirche empfiehlt uns mit den Worten Jesu konkrete Handlungsweisen.

Am bekanntesten ist sicher das Fasten. Es geht in den kommenden Wochen auch darum, Verzicht zu üben. Das betrifft Genussmittel, Speisen oder alkoholische Getränke. Das kann aber auch anderen Konsum betreffen wie Medien oder Internet. Das Fasten dient der Gesundheit des Leibes und der Seele. Es tut uns gut, aus der Sattheit auszusteigen und den Hunger neu zu wecken. Freilich kostet das jeden Überwindung. Aber es hilft uns, nach dem Fasten in neuer Weise und mit mehr Aufmerksamkeit Speisen oder anderes, auf das wir verzichtet haben, zu genießen. Vielleicht können wir sie mit neuer Dankbarkeit konsumieren.

Dieses „Weniger“ an Essen, an Bildern und Tönen soll uns auf der anderen Seite zu einem „Mehr“ verhelfen. Die Fastenzeit lädt besonders zu Gebet und Gottesdienst. Es gibt eigene Gottesdienstformen wie den Kreuzweg oder die Fastenpredigten in dieser Zeit. Man kann in diesen Tagen aber durch geistliche Lektüre den eigenen Glauben vertiefen und fördern. Unser Heiliger Vater hat in seinem Wort zur Fastenzeit besonderes Gewicht auf das Thema „Zuhören“ gelegt. Papst Leo empfiehlt, den Hunger nach Gottes Wort zu stärken. Das könnte ganz konkret heißen, vielleicht eines der vier Evangelien Stück für Stück zu lesen. Man darf auch mit dem kürzesten beginnen. Markus erzählt uns von Jesus in Form eines Weges, der Schritt für Schritt nach Jerusalem führt. So können wir in diesen Tagen mit Jesus gehen, seinem Wort zuhören und darüber nachdenken. Und wir folgen ihm nach bis zu seinem Leidensweg, bis unter das Kreuz, damit wir dann in Freude seine Auferstehung feiern können.

Der Heilige Vater verbindet das wichtige Anliegen des Zuhörens mit einem konkreten Fastenvorsatz. Er empfiehlt, wenn wir besser auf Gott und auf die Mitmenschen hören wollen, dann müssen wir zuerst mit unseren Worten fasten. Wir können überlegen, was wir sagen. Ist es nötig, dieses oder jenes überhaupt zu sagen? Ist es etwas Gutes und Aufbauendes? Wir können uns konkret vornehmen, auf böse und halbwahre Worte zu verzichten in diesen Tagen.

All das wird auch unsere kirchliche Gemeinschaft fördern. Denn wir gehen durch die Vorbereitungszeit auf Ostern nicht allein. Die gemeinsamen Gottesdienste, das Miteinander in der Pfarrei will uns stützen und stärken auf dem Weg. Denn die Fastenzeit öffnet unser Herz immer auch für den anderen. Es geht nicht nur um mich und meine Erneuerung. Es geht auch um das Teilen. Wir teilen das Leben, wir teilen die Güter, wir teilen unsere Zeit – besonders mit Menschen, die Hilfe brauchen. Hier ist der Auftrag Jesu unmissverständlich.

Gehen wir zuversichtlich in die kommenden Wochen der Fastenzeit – in der Haltung des Zuhörens, Hören auf Gott und aufeinander. Amen.

18.02.2026, Pfarrer Dr. Eugen Daigeler

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